Weinlese 2016 – es wird spannend…

Über das fordernde Weinjahr 2016 und die aktuelle Entwicklung der Trauben kurz vor der Lese.

Ein steiniger Weg

2016 wird uns als ungemein forderndes – und emotional nicht leicht zu bewältigendes – Weinjahr in Erinnerung bleiben. Schneefall und Spätfröste Ende April reduzierten den Traubenertrag um 80-85% und die feucht-warme Witterung im Sommer verlangte große Motivation und höchsten Einsatz unseres Teams um die Rebstöcke durch intensive Handarbeit und sorgsame, biologische Pflege gesund zu halten.
Als Winzer lebt man mit den Reben, man verbindet sich emotional mit seinen Weingärten und man leidet, wenn Starkwetterereignisse wie Frost oder Hagel die Rebstöcke treffen. Natürlich wissen wir um das Risiko der Witterung und wir denken auch langfristig: auf schwierige Jahrgänge folgen auch wieder gute Weinjahre – dennoch werden wir die Auswirkungen dieser kleinen Erntemengen noch länger spüren.

Es sind also nur mehr wenige verbliebene Trauben auf unseren Rebstöcken, doch ihre hervorragende Entwicklung stimmt mich momentan sehr positiv: Seit Anfang September beobachten wir sehr genau die zunehmende Reife unserer Trauben, um für jeden Weingarten den richtigen Lesezeitpunkt zu finden. Wir sammeln die Beeren um ihren Saft nach Zucker, Säure und pH-Wert zu analysieren, doch eigentlich folgen wir dem Geschmack: Täglich gehen wir jetzt durch unsere Weingärten und kosten die Beeren, bis wir das Optimum an Reife, Würze und Struktur erschmecken und der richtige Zeitpunkt für die Lese gefunden ist.

Die Weinlese – für uns die aufregendste Zeit im Jahr

Noch warten wir auf die ideale Reife, aber die Beeren zeigen sich bereits jetzt sehr würzig und ausdrucksstark. Bei dem schönen Wetter und warmen Temperaturen der letzten Tage werden sich die Trauben weiterhin rasch entwickeln und wir rechnen mit einem Lesebeginn um den 20.-25. September.
Während der Traubenernte werden dann zahlreiche helfende Hände in unseren Gärten beschäftigt sein: Alle Trauben werden von Hand geerntet und direkt im Weingarten selektiert. Sollten einzelne aufgesprungene oder unreife Beeren dabei sein, werden diese ausgeschnitten – nur gesunde und reife Trauben machen wir zu Wein. Unser Ziel ist es, einen Weingarten in einem Erntedurchgang zu lesen, denn dafür arbeiten wir das ganze Jahr: gesunde Rebstöcke mit schöner Laubwand, die eine ideale Anzahl an Trauben, in perfekter Güte, Reife und Geschmack hervorbringen.
Sollte uns doch noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, etwa mit herbstlichen Regentagen eines Adria-Tiefs, werden wir den Arbeitseinsatz erhöhen. Dann gilt es, jeden Weingarten in mehreren Durchgängen zu ernten, die reifen Trauben werden gelesen und die anderen zur Nachreifung am Stock belassen.
Dafür braucht es erfahrene Mitarbeiter mit geschultem Blick und der nötigen Ruhe für die zeitintensive Auslesearbeit. Hier ist die richtige Stelle um DANKE zu sagen. Ohne den unermüdlichen Einsatz unseres unseres tollen Teams könnten wir unsere hohe Anforderungen an die Weinqualität nicht erreichen.

Das Drehbuch wollen wir mit Happy-End schreiben

Wir werden bis zum Ende der Lese aufmerksam, motiviert und gewohnt qualitätsversessen bleiben um diesen spannenden Weinjahrgang aufs bestmögliche in unseren Keller zu bringen. Und wir werden auch heuer unserer strengen Philosophie treu bleiben und versprechen:

Nur die besten Trauben
aus unseren eigenen Weingärten
machen unseren Wein.

Ihre Katharina Tinnacher

Gummistiefel und Wollweste. Im Herbst 2015, frühmorgens um sechs in den Weingärten - Ein letzter Blick auf die Trauben bevor die Mitarbeiter zur Weinlese kommen und für Katharina die Arbeit im Keller beginnt.